Stockbrunnen


- Der Stockbrunnen zu Riedhausen - Kunst und Heimatgeschichte ( Eine Beschreibung )

Stockbrunnen:


Brunnen sind Quellen des Lebens und der Freude!

Es gibt Zieh- , Pump- , Quell- und Laufbrunnen. Der so genannte „Stockbrunnen“ ist ein Laufbrunnen mit am Rande oder in der Mitte eines Troges stehende Brunnensäule, die die Zuleitung aufzunehmen hatte und aus dieser auch das Wasser floss. Bis in das 16. Jahrhundert hinein waren die Stockbrunnen ausschließlich aus Holz. Erst ab 1520 wurden sie aus Stein gefertigt. Es wird vermutet, dass der hölzerne Stockbrunnen zu Riedhausen aus dem Jahr 1317 im 16. Jahrhundert abgebaut wurde.

Als Kaiser Karl der Große (747 - 814) sein Reich in Gaue einteilte, setzte er den „Stockbrunnen zu Riethusen“ als Grenzmarke zwischen dem Linzgau und dem Eritgau. Eine Grenzmarke, welche von historischer Bedeutung war und in vielen Geschichtsbüchern beschrieben ist.

Wasser


Alles Leben auf dieser unserer Erde ist vom Wasser abhängig. Wasser bedeutet also Leben.

Sonnenuhr „ Mach es wie die Sonnenuhr - zähl die heiteren Stunden nur“ Die Beobachtung der Schattenlänge eines vertikal ausgedehnten Objekts (eines Gnomons) ist der Anfang für die Zeitmessung mittels einer Sonnenuhr.
Der Mensch hat vermutlich schon in seiner frühesten Geschichte damit angefangen, wobei er auch sich selbst als Schattenwerfer benutzte. Verlässliche Quellen dafür stammen aber erst aus dem antiken Griechenland in Form von Tafeln (Schattentafeln), auf denen die Tageszeit in Abhängigkeit von der eigenen Schattenlänge angegeben wurde.
Als man den Schatten schließlich zu jeder Tageszeit auf einer sich zu beiden Seiten der Mittagslinie erstreckenden Skala maß, war eine vollwertige Sonnenuhr entstanden. Erste gut belegte archäologische Funde von Sonnenuhren stammen aus dem Alten ägypten des 13. Jahrhunderts vor Christi.

Stele:


Das Wort „Stele“ stammt aus dem altgriechischen und bezeichnet eine hohen, freistehenden und häufig viereckigen Pfeiler. Die Stele wird verwendet als Säule, Grabstein oder Grenzstein.

Eule:



Ob in der Mythologie, im Schamanismus, in der Religion (Hinduismus) oder auch in der Traumdeutung kommt der Eule eine besondere Bedeutung zu. Als Begleiter der Menschen ist die Eule schon seit der Zeit der Kelten das Sinnbild für Weisheit und Klugheit. Im Ort und den Gemäuern sowie im Wald und auf dem Feld ist die Eule zuhause und sie wird oft mit dem Tod und den Toten in Verbindung gebracht.

Gestaltung Flurstück Nr. 19 (186 m²) auf dem Platz „Altes Rathaus“ :

In ganz Riedhausen findet sich in der öffentlichkeit keinen Hinweis auf die Gründung unserer Gemeinde mit Darstellung des Gemeindewappens.

Am Stockbrunnen in Riedhausen trafen sich die historischen Wege der damaligen Handwerker, Kauf- und Fuhrleute an der Schnittstelle von 4 Gaugrafschaften. Eine geschichtsträchtige und heimatkundliche Besonderheit.

An den Stockbrunnen von Riedhausen, eine damals lebenswichtige Wasserstelle und Tränke soll mittels einer 180 cm x 40 cm großen Orion-Granitstein-Stele (ca. 1,4 Tonnen Gewicht) erinnert werden. Granit ist ein in Millionen von Jahren entstandenes Tiefengestein und besteht im Wesentlichen aus den Mineralien Feldspat, Quarz und Glimmer, deren unterschiedliche Zusammensetzung eine beeindruckende Vielzahl an Farben, Maserungen und Strukturen erzeugt. Der ORION-Granit kommt aus Indien.

Darstellungen auf den vier Seitenflächen mit über 800 eingemeißelten Buchstaben und Ziffern:

a) Sonnenuhr mit Normal- und Sommerzeit, Inschrift: „Zeit eilt, heilt und teilt“. Riedhausen, Standort 635 üNHN, 2012

b) Stockbrunnen mit den 4 Gaugrafschaften Ratolds Buch, Linzgau, Eritgau und Schussengau. Bild: Wasserträger

Gau war die Bezeichnung für eine landschaftlich geschlossene und von natürlichen Grenzen bestimmte politische Siedlungsgemeinschaft der Germanen. Das Wort diente als allgemeine Bezeichnung von Regionen als Landschaft oder Verwaltungseinheit und ist heute durch die Zeit des Nationalsozialismus diskreditiert. Kaiser Karl der Große setzte Grafen als seine Stellvertreter vor Ort ein = Gaugrafschaften.
Inschrift: „ Auch die mächtigsten Wasser können die Liebe nicht trennen “

c) Hinweis auf das alte Rathaus mit namentlicher Erinnerung an die Bürgersmeister seit 1810. Auf dem Grundstück stand von 1880 bis 2005 das Rathaus der Gemeinde Riedhausen. Bild: Altes Rathaus (2007 abgebrochen)

Die Bürgermeister:

1810 - 1812 Fischer
1812 - 1833 Rochus Riegger
1834 - 1847 Johann Reitter
1847 - 1854 Anton Riegger
1854 - 1857 Franz Walser
1857 - 1859 Thomas Riegger
1859 - 1867 Benedikt Frik
1868 - 1887 Franz Walser
1887 - 1905 Bernhard Volk
1906 - 1921 Franz Frik
1922 - 1946 Donatus Roth
1946 - 1977 Franz Riegger
1978 - 1992 Gebhard Riegger
1992 - Ekkehard Stettner

d) Gemeindewappen und Ortschronik Bild: Gemeindewappen

Zeittafel:

1083 Ritter von Riethusen
1275 Kirche Sankt Michael
1317 Stockbrunnen von Riedhausen ist Grenzpunkt der Gaugrafschaften: Ratolds-Buch, Linzgau, Eritgau und Schussengau
1402 Heilig-Geist-Spital Ravensburg
1485 Weiherburg
1676 Reichsgrafschaft Königsegg - Aulendorf
1806 Königsreich Württemberg
1952 Baden - Württemberg

e) auf der Stele sitzt eine in Granit gehauene 60 cm große Eule (ca. 150 kg)

Geschichtliche Grundlage: Heimaterforschung von Lothar Zier
Idee und Initiator: Bürgermeister Ekkehard Stettner
Gestaltung und Ausführung: Steinmetz- und Bildhauermeister Ernst Spöttl
Außenanlagen: Planung Architekt Edgar Riegger, Ausführung Garten- und Landschaftsbau Uli Rau und Gemeindebauhofleiter Richard Gasser
Tag der Stellung: 05. Mai 2013